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ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE - "IN MEMORIAM" (tut005)
12-inch LP, black vinyl, in special fold-out sleeve + 2 inserts - lim. edition of 303 hand-numbered copies

(SOLD OUT)

Here comes the long-awaited first album by WERMUT’s side-project ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE, originally planned on the now defunct label Invasion Planète. Just as “Musique Au Mètre”, “In Memorian” is a work of re-interpretation essentially based on instrumental pieces by the obscure new-wave artist Johanna Liebhart, re-arranged and put to words by Laszlo P.S & Sofia E.R.. Nine deeply melancholic cold-romantica-electro songs exploring the themes of martyrdom and sacrifice, and the fading glow of distant golden ages. So pour yourself a glass of French wine, allow your mind to drift back in time and dance in the darkest night before the mirror of your soul.

Side A
A1 Conscious Ruins (2:54)
A2 Pattern 1 (4:06)
A3 ME 110 (5:40) mp3
A4 Obsession (2:23) mp3
A5 IWIK (2:46)

Side B
B1 Vagues De Silence (5:54) mp3
B2 Waiting (3:23)
B3 Pattern 2 (4:09) mp3
B4 So Much Joy (4:10) mp3

(audio extracts on this page are in low quality)

PRESS CUTTINGS:

" Das lang erwartete Debütalbum "In Memoriam" wurde mit höchster Sorgfalt aufs schwarze Plastik gebannt. Schon dem positiv-pathetischen Intro "Conscious Ruins" entströmt eine kühne Professionalität, ein gipfelstürmender Hauch von Größe und unüberstürzter, ruhiger Konzentration. Es ist vor allem LASZLOs fröstelnd machender Sprechgesang, der im Grunde jenseits diverser gesangstechnischer Finessen liegt, aber von innen her Hymnisches beschwören kann. Imposantere Zusammenhänge flackern da am Horizont, verheißungsvolle Klanglandschaften kündigen sich bereits hier für die kommende halbe Stunde an. Man mag, und das ist wichtig, zu dem sich kürzlich neu etablierten Phänomen der Minimalelektronik und des Retrosynthies stehen wie man will - sobald einem das erste Anbrausen der warmen Flächen des Instrumentals "Pattern I" wie durch eine Hochpräzisionskanüle hindurch in die Venen gespritzt wird und ins Blut stößt, ist man paralysiert und wie losgelöst vom Körper, der etwas verträumt und selbstlos mitschwingt. Glasklare und saubere minimalistische Rhythmen, die mit denen der alten Garde durchaus mithalten können, bringen die Platte langsam aber sicher in Schwung. Überraschend tritt eine echte Akustikgitarre hinzu, deren Saitenspiel nicht im folkloristischen Lager verortet werden sollte, sondern vielmehr kosmisch-krautig daher kommt, die den Rhythmus wie von selbst unterstreicht und die Atmosphäre noch etwas mehr verdichtet. Bei "Pattern II" gibt sie teilweise sogar noch etwas stärker den Ton an. Fast würde ich hier bessere TANGERINE DREAM als Vergleich bemühen wollen, aber auch nur aus so einem spontanen Gefühl heraus. Das Album allerdings hat mit "ME 110" daneben auch einen verschrobenen WERMUT-infizierten Elektrowalzer zu bieten, ein wenig gnarzend und kratzend, wie die Motoren einer alten Messerschmitt, garniert mit fatalistischem französischen Gesang. Ein desperates chanson d'amour für "wäldliche" Kriegsschauplätze.
"In Memoriam" mutet auch insgesamt wie ein zerfallenes Heiligtum für desillusionierte moderne Pilgerfahrer an. Es hat etwas stark isolationistisches, einen Hauch von "Menschen inmitten von Ruinen". Jedes Stück wirkt wie ein Schlussstrich für sich, ein Wunsch nach Auflösung und Entgrenzung, nach Aufopferung in einer Welt, die ihre Schuld durch das Dogma der Schuldlosigkeit vermehrt, also eher richtet als opfert. Es müssen dabei auch gar keine Abstrakta und großen Ideale im Spiel sein; nur um das Feuer der Existenz zu schüren, will man die Welt auf den Schultern tragen, ans Kreuz genagelt sterben, für Kriegsverbrechen gehenkt werden können. Ein dichtes Vermengtsein von Erschaffung und Auslöschung drängt sich auf im Moment des Ansammelns von Hinterlassenem, wie die Kadaver und Ruinen auf dem Plattencover anzeigen.
Beim Kehrtwenden der Platte wird man mit "Vagues de Silence" auf einen mehr als virulenten Hit stoßen. Seit COILs finalem "Fire of the Mind" habe ich nicht mehr so viel Gänsehaut beim Hören eines Lieds verspürt. IWIK gelingt hier die Montage von kühler Minimalelektronik, echter Melodiestruktur und breitwandiger Atmosphäre. Das Wechselspiel des Gesangs von LASZLOs andächtigem Englisch und SOFIAs distanzierter Wiederholung auf Französisch führt dem Stück noch eine intensivere Dynamik zu, währenddessen zwischendrein dann wiederum diese ungewöhnlich nach Mandoline klingende Akustikgitarre spielt. Beschlossen wird "In Memoriam" von dem bitter melancholischen "So Much Joy", einem E-Piano- Stück auf dunklen Tasten, die jene, in wenigen Sätzen zirkulierende, hermeneutische Einsamkeit des Gesangs nachfühlen und am Ende, in gesteigerter Tragik, von einer helleren, zweiten Klavierstimme begleitet werden.
Die beiden ex-Hamburger haben einmal mehr ihr scheinbar unbegrenztes Kunstvermögen unter Beweis gestellt, es fügt sich erneut alles zusammen in ein großes Gesamtkunstwerk. Im Grunde wäre es namentlich durchaus denkbar gewesen, eine separate Besprechung nur zur Gestaltung dieses Tonträgers abzufassen. Denn wovon dies Vinyl so sanft umhüllt wird, ist wahrlich edelster mattschwarzer Karton, präzise bedruckt, elegant bis in die letzte Linie, kein Wort zuviel, alles angemessen und an richtiger Stelle platziert. Ein in höchsten Maßen stimulierender Augenschmaus für den wahren Sammler. Nicht zu vergessen, dass die Musik hier in so göttlicher Weise korrespondiert, dass die Kunde von ihr selbst bis über den Styx zu unserer maliziös erdolchten ANNA dringen mag.

Ohne Zweifel, ein Klassiker. Schon jetzt."

(Roy Liebscher for NONPOP)