-REVIEWS - WERMUT - "HOFFNUNG " - REVIEWS

MvG for FUNPROX - Complete review here (English)

"After a neo-folk debut (on Old Europa Cafe) and a split release with Rod Droid, on which the minimal wave was already present, Hoffnung can be seen as the first true statement by Wermut. It is an album full of minimal elektro produced with Casio and Commodore 64 sounds. From time to time folkloristic melodies (played on accordion) and influences are used, which gives Wermut their special distinctive sound.

The selection of tracks is very good, with both some dancefloor anthems and more tranquil and atmospheric songs. Very nice is ‘Lucia’s Song’, a melancholy track with a good and steady rhythm. Also the folky ‘Sombres de Sang’ is excellent. It has touch of French chansons. But the title track is the smash hit on this record, a fast and fierce minimal elektro track with a hint of NDW.

This 10” is most likely only the beginning of the fame of Wermut. I expect a lot more from this band in the future. "

Tocafi for TERRORVERLAG - Complete review here (Deutsch)

"Wie gerne hätte ich gestern jedem von Euch diese Scheibe persönliche zuhause vorbeigebracht. Wäre ohne zu murren stundenlang durch den hohen Schnee gestapft und hätte an Eurer Haustür gepocht, bis Ihr mir aufmachtet. Dann hätte ich einen schönen heißen Früchtetee gekocht und während wir es uns in den dicken Plüschsesseln und mit dampfenden Tassen in der Hand bequem machten, „Hoffnung“ aufgelegt: Den Blick durch das Glas des Wintergartens in die weiße Welt da draußen, ganz still und voller Träume.

Am Besten spielt man dieses Album auf einem uralten Gram
mophon und mit einer antiquierten, knackenden Nadel. Denn obwohl Elektronik und sogar die Tanzbarkeit der Clubs eine Rolle spielen, geht es doch maßgeblich um Fernweh und eine zeitlose Sehnsucht. Es gibt hier ganz allgemein gesagt zwei Arten von Songs: Verwelkende Instrumental-Farne aus menschenleeren Mooren und skeletierte Bass-Schlagzeug Miniaturen, welche augenscheinlich mit Pop flirten, aber stets vor allzu aufdringlicher Schönheit und harmloser Harmonie halt machen. In „Lucia’s Song“ fleht eine einsame Geige und „Es kommt ein Tag“ quietscht und knarrt wie eine ungeölte Kellertür – Hits aus den Einbahnstrassen des verwirrten Geistes. Die Stimme von Sängerin Sofia (KOSTINCE) erinnert schon mal an ANNE CLARK, pendelt zwischen distanzierter Erotik und intellektueller Schnoddrigkeit. Die Stücke sind kurz, sehr kurz sogar, doch weil sie unentwegt auf der Stelle treten, ist es, als tauche man in die Unendlichkeit ein. Auch wenn es zunächst überhaupt nicht so aussieht, handelt es sich hier um Chansons, um die zerrissenen Hymnen verrauchter Kaschemmen. Wenn sich dann auch noch ein Akkordeon hinzugesellt und ein Tango angestimmt wird, weiß man: Es muss geregnet haben in Paris.

Doch heute scheint schon wieder die Sonne. Helle Strahlen lösen Gefrorenes in Flüssiges auf, Menschen spazieren mit einem Lächeln und den Händen aus den Taschen. Das bedeutet nun aber nicht, diese Platte sei plötzlich unbedeutend geworden – genau um den Kontrast zwischen Hell und Dunkel, Ratlosigkeit und Geborgenheit geht es hier schließlich, um einen Ort, welcher alle Gegensätze aufhebt. Und genau dort befindet sich auch der Quell der Hoffnung
."

Marco Fiebag for BLACK (Deutsch)

"Mit “Hoffnung” gibt es dann eine weitere 10” von WERMUT, aber diesmal auf eigenen Label. Auch hier dominiert neben melancholischen Akkordeon-Hymnen der klappernde Minimal Electro mit einfachen wie wirksamen Melodien. Textlich greifen Wermut dabei meist auf fremde Texte von u.a. FRIEDRICH SCHILLER, HERBERT ACHTERBUSCH, RICHARD FALK und FRIEDRICH HOLLÄNDER zurück, die einen seltsam funkelnden romantischen Kontrast zum kühlen Sound erzeugen. Deutsche Romantik mit französischen und spanischen Einflüssen im analogen Plastik-Sound mit Schifferklavier - das nenne ich frisch und spritzig bzw. fetzt einfach! "

A.P. for BACK AGAIN

"Praktisch aus dem Nichts erschien das Projekt WERMUT 2004 auf der Bildfläche der Minimal-Electro-Szene. Auf Hertz-Schrittmacher erschien eine Splitsingle mit dem französischen Projekt Rod Droid, nachdem die erste 10“ bei einem italienischen Label noch klar dem Neo-Folk-Genre zugeordnet werden konnte. Alleine der Auftritt beim ersten Kernkrach-Festival dürfte einige Leute aufmerksam gemacht haben. Auf dem Label Treue Um Treue erschien dann in 2005 „Hoffnung“, wiederum im liebenswerten 10“-Format. Der minimal-elektronische Weg wurde konsequent weiter gegangen und so dürfte die Platte, limitiert auf knapp 300 Exemplare, den Weg in so manchen Plattenschrank von Minimal-Electro-Freaks schaffen. Interessant ist, dass Sofia E.R. und Laszlo P.S. es sehr gut geschafft haben, die Einflüsse ihrer beiden bisherigen Veröffentlichungen unter einen Hut zu bringen. So gibt es Stücke, die ganz klar irgendwo zwischen Dark Wave und Neo-Folk eingeordnet werden können, während andere die Tanzflächen der Minimal-Electro-Partys füllen werden, wie „Mag Unser Sein“. Der Titeltrack „Hoffnung“ hat zudem ein absolut geniales NDW-Feeling und dürfte sich längst großer Beliebtheit erfreuen. Hier und da wird es sogar richtig wavig, wie zum Beispiel im großartigen „Lucia´s Song“ und bei „Es Kommt Ein Tag“ kommen auch Industrial-Hintergründe der Musiker zu Tage. Genauso vielseitig wie die Musik sind die Texte auf Deutsch, Französisch und Englisch, die sich von allen Peinlichkeiten fern halten. So könnte sich „The Wild Hunt“ möglicherweise auf den keltischen Mythos der „Wilden Jagd“ beziehen, was irgendwie schon wieder Erinnerungen an Test Dept.´s „Gododdin“ aufkommen lässt, obwohl die Musik hier natürlich in eine ganz andere Richtung geht.
Man sollte sich die Platte also nicht nur als Sammler wegen der geringen Auflage besorgen, sondern auch dann, wenn man auf klischeelose Musik der genannten Stile steht.
Mit Sicherheit ist „Hoffnung“ schon bald eine gesuchte Platte, also: nicht stehen lassen, wenn man sie irgendwo sieht, man könnte sich hinterher ärgern. "

Guillaume Michel for D-SIDE (Français)

"Duo franco-allemand déjà auteur d'un LP chez Old Europa Café (Les Cinq-à-sept post-n'eoistes) et d'un split avec Rod Droid chez Kernkrach (An die Natur : On the Telephone), Wermut fait de la "post-apocalyptic minimal electro", comprenez de l'electro dépouillée riche en sons analogiques, ornée d'une boite à rythmes antique et des voix froides de Sofia et Laszlo. C'est franchement bien foutu malgré une production old-school, très mélodique, souvent puissant et pas bêtement nostalgique de la "DAF generation". On sent que cette musique a une âme, portée par des textes forts et une sincérité qu transparaît dans chaque note, chaque mot. Wermut ne dépareillerait pas dans le catalogue d'Invasion Planete, l'excellent label du Syndicat Electronique"

vonlueneburg for NEO FORM - Complete review here (Deutsch)

"Nach dem ersten hören fühle ich mich sofort in die 80er Jahre zurückversetzt, in der minimal elektronische und C64 Klänge an der Tagesordnung waren.
Hören sich einige Titel nach New Wave der 80er an, so bekommen andere Stücke durch Unterstützung des Akkordeons den traurig/maritimen Flair der 30er und 40er Jahre.
Gesungen wird hier abwechselnd männlich/weiblich und mehrsprachig (deutsch, englisch, französisch, lateinisch), was diesem Album einen gewissen Reiz gibt.
Vertont werden hier u.a. alte Dichter nebst eigener Prosa.
Sehr gut gelungen finde ich „Lucia’s Song“, welches ein Cover von Marlene Dietrich’s „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ ist. Erinnert es musikalisch eher an Bands wie Malaria, ist es vielleicht gerade deshalb außergewöhnlich gut geraten.
„Eli Eli“, was in französischer Stimme gehalten ist, finde ich auch sehr gut gelungen.
Empfehlen möchte ich das Album allen, die mal was anderes als Ambient, Industrial oder Neofolk hören möchten."

Raphael for FEINDESLAND - Complete review here (Deutsch)

"Musikalisch bewegen sich die Künstler in den Bereichen alter Wave und Minimal. Wer nicht auf Klänge seines alten C64 steht, sollte vom Kauf dieser LP absehen. Hier lebt der gute alte C64 wieder auf und erfährt seine Reunion. Der Computersound gepaart mit Schifferklavier ? Romantik bestimmen das musikalische Bild des Werkes und machen es zu einem musikalischen Unikat. Diese Art von Musik ist bestimmt Geschmacksache und ich bin ehrlich, gewisse Tondokumente auf diesem Tonträger können mit der Zeit dem Hörer den letzten Nerv rauben, der geneigte Hörer hingegen wird bei dieser Veröffentlichung ins Schwärmen kommen.

Meine persönlichen Anspieltipps dieser CD sind die Stücke ?Lucia?s Song? und ?The wild hunt?, die ich den Hörern ans Herz legen möchte. ?The wild hunt? könnte ein Tanzflächenknüller im Minimalsektor werden, hier besteht die Möglichkeit ?Kultstatus? zu erlangen. "

TekNoir for GOTHTRONIC - Complete review here (English)

"Wermut, at first started out as a neofolk project, now explores minimal wave music. An accordeon apparantly is what they kept from the folk era and its sound in combination with the spherical approach brings in a different and special element in the elektro music of this Hungarian / Austrian project. After a quiet atmospheric intro the titletrack ‘Hoffnung’ starts, which is a nice club centered dancable minimal elektro song. Vintage instruments, casio and c64 included, and sounds are being used to create a retro atmosphere and feeling and this sounds very well done. Also ‘Lucia’s Song’ and ‘Eli Eli’ are good tracks. In a time where wave music seems to be dominated by modern influences and hypermodern electronic equipment a record like this is a delight."